Montag, 9. November 2009

Bastelaktion im Casa de los Pinos

Ya estamos en noviembre … die Zeit eilt in großen Schritten und bevor man sich´s versieht steht der 24. Dezember vor der Tür. Auch im Casa de los Pinos denken wir nun schon langsam das Weihnachtsfest, da es einiges vorzubereiten gibt, und zwar die Weihnachtskarten und Christbaumanhänger für die Patinnen und Paten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit einer Woche basteln wir fleißig in jeder freien Minute an den Geschenken. Es werden Bilder mit Kartoffeldruck verziert, Karten mit Weihnachtswünschen geschrieben und Anhänger für den Weihnachtsbaum ausgeschnitten und gestaltet.







Ein weiteres kleineres Projekt, was wir Voluntäre gerade am Laufen haben, ist die Patenschaften der Kinder zu visualisieren.
Daher wurde die Idee entwickelt auf eine Wand im Saal einen großen Baum zu malen, der mit gebastelten Papieräpfeln geschmückt werden soll. Jeder Apfel trägt das Bild eines Kindes und des jeweiligen Apfels.
Mit modischen Müllsackkitteln machten Natalie, Susanne und ich uns letzte Woche drauf und dran, die Wand mit der Hintergrundfarbe zu bestreichen. Morgen wird der Baum aufgetragen.






Also, es gibt wie immer, jede Menge zu tun. Wir nützen auch die Zeit noch, in der wir mehrere Voluntäre auf einmal da sind, da nun der Reihe nach eine Voluntärin nach der anderen abreist.
Heute wurden Alejandra, ein Mädchen aus dem Projekt, und ich bei La Once (Teatime in Chile)* von Luis, den Kindern, den Voluntären, Rauqel und Angelika mit Kuchen und Gesang überrascht. Wir hatten beide am Wochenende Geburtstag, welcher heute auch noch einmal gefeiert wurde.


La Once: Nachmittags gegen 17.00 gibt es stets „Once“, einen Snack (Belegte Brote, Tee oder Kakao) zur Teatime. Angeblich kommt der Name vom spanischen Wort „aguardiente“ – Branntwein, einem Wort mit elf („once“) Buchstaben. Da die tägliche Branntweinstunde früher nicht so gut angesehen war, verlegte man sich darauf, statt des „aguardientes einfach „Once“ zu bestellen. Der Name für die Teatime ist bis heute geblieben. Once hat also nichts damit zu tun, dass man sich um 11.00 trifft, denn da würden einen die Chilenen schräg anschauen.

El Morado - Cajón del Maipo

Da wir nun einige sonnige warme Tage hatten, beschlossen wir am Samstag, 07.11. wandern zu gehen. Um 07.30 wurden wir von einem kleinen Shuttlebus ganz in der Nähe unseres Hauses abgeholt, der uns in das 2,5 Stunden entfernte Naherholungsgebiet Cajón del Maipo brachte.
Zu acht saßen wir wie die Sardinen in diesem Bus, die Fahrt glich einer einzigen Rumpelpartie. Denn sobald wir aus der Stadt raus waren, ging es über eine Schotterstraße hinauf in die Berge. Die Fenster öffneten sich bei jedem Ruck von Zentimeter zu Zentimeter selbst. Was zur Folge hatte, dass wir den ganzen aufgewirbelten Staub im Bus hatten – der Smog, der über Santiago hängt ist ein Schmarrn dagegen.
Mit stinkenden Bremsen erreichten wir nach einer ruckeligen Fahrt den Eingang des Nationalparks El Morado, von wo aus wir uns auf den Weg zur grünen Lagune machten. Der erste Anstieg erwies sich als ganz schön steil, schon bald merkte Alejandra, unsere Mitbewohnerin, dass ihr Wandern eigentlich doch nicht so großen Spaß macht. Doch die erste Anstrengung hat sich wirklich gelohnt, denn schon auf der ersten Anhöhe hatten wir ein wunderschönes Bergpanorama.




Nach den ersten paar Kilometern stießen wir auf schneebedeckte Wegstrecken. – So hab ich nun doch auch noch in Chile Schnee gesehen.





Vorbei an einem rauschenden Fluss, blühenden Frühlingsblumen und grasenden Pferden wanderten wir bei strahlendem Sonnenschein bergauf – bergab über Schneedecken und grüne Wege auf die mächtige Bergkette zu.










Nach zwei Stunden Aufstieg gelangen wir zur Grünen Lagune, die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch großteils schneebedeckt war. Zuerst einmal wurden die Rucksäcke abgelegt und wir suchten uns ein nettes Plätzchen um in Ruhe zu jausnen.



Gut, dass wir ausreichend warme Kleidung mithatten, denn binnen Minuten schwang das Wetter um, die Sonne verabschiedete sich, Wolken zogen auf und ein kühler Wind wehte uns ins Gesicht.
Eingemummt in Mütze, Schal und Fließpullover traten wir zügig den Abstieg an. Unten angekommen, wärmten wir uns bei einer Tasse Kaffee wieder auf und fuhren dann wieder mit dem Shuttlebus ins Zentrum.
- Resümee: eine gelungene Wanderung, mit schönem Wetter und traumhaften Panorama.

Sonntag, 8. November 2009

Mendoza

Nun ist es echt an der Zeit, den Blog mal zu aktualisieren.
Ich nehme ja fast schon chilenische Züge an, in dem ich mir von Woche zu Woche gelassen sage: „Mañana.“
Also: Beginnen möchte ich mit unserer Argentinienreise Anfang Oktober.
09.Oktober – 23.00: Treffpunkt Busterminal. Mit dem Nachtbus machten wir uns von Santiago auf in das argentinische 250.000 Einwohnerstädtchen Mendoza. Nach drei Stunden Busfahrt erreichten wir den Grenzpass, wo wir in Eiseskälte eine Stunde mit der Aus- und Einreise verbrachten. Nach der, eher sporadischen, Rucksack- und Gepäcksdurchleuchtung freuten wir uns endlich wieder in den warmen Bus zu kommen, wo wir Kaffee und Sandwiches bekamen und für weitere drei Stunden ein wenig Schlaf erhaschen konnten. Ankunft in Mendoza: 10.Oktober 05.00.
Unsere erste Tat um 05.00 Früh vollbrachten wir beim Geldautomaten, wo wir erst mal argentinische Pesos abhoben und uns dann gemütlich in das einzige bereits geöffnete Kaffeehaus saßen um die müden Glieder mit einer Portion Koffein aufzuwecken.
Gegen 07.00 checkten wir im Hostel ein, wo uns die Besitzerin gleich ein Frühstück zubereitete. Gestärkt und voller Tatendrang brachen wir am Vormittag auf, um das Stadtzentrum zu erkunden.
Mendoza versprüht mit dem schönen Hauptplatz, den von Alleen gesäumten Straßen und den vielen kleinen Parks ein gemütliches Flair. Eine schöne Abwechslung zur Großstadt Santiago.
Weiters ist Mendoza DIE Weinregion Argentiniens. Hier werden etwa 70 Prozent des argentinischen Weins produziert. Daher machten wir am Nachmittag eine Fahrradtour, die von einer Olivenfabrik zu Weingütern bis hin zu einer Schokoladenfabrik führte. Ich hatte mit dem geliehenen Fahrrad nicht wirklich Glück, denn meine Kette sprang alle paar Meter fast raus, so kam es, dass ich mich stets Meter weit hinter der Gruppe abstrampelte. Zwei mal wurde ich von vorbeifahrenden Polizisten gefragt, ob eh alles in Ordnung sei. Anfang erschien mir die fürsorgliche Art der beiden Herren eher befremdend, gegen Ende der Weintour wurde mir jedoch klar, warum die Beiden so besorgt fragten. Denn in dieser Gegend ist es üblich, dass die Touristen von einer Bodega (Weingut) zur anderen Fahren. Nach einigen Gläschen Wein ist Fahrradfahren bekanntlich nicht mehr so ungefährlich. Daher fahren auf der Strecke ständig Polizisten auf und ab, um nach dem Rechten zu sehen und gegebenfalls stark betrunkene Fahrradfahrer aus dem Verkehr zu ziehen bzw. zu schauen, dass alle heil nach Hause kommen.
Die Olivenfabrik fand ich am Spannendsten. In einer zwanzig-minütigen Führung erhielten wir einen Einblick in die Olivenölerzeugung, welche abschließend mit einer köstlichen und ausgiebigen Verkostung (getrocknete Tomaten, frische Oliven aller Art, …) endete.
Zwischenstop in einer Bodega, wo wir zuerst eine kurze Information zu den jeweiligen Weinen erhielten und diese anschließend auch verkosteten.







Abschluss der Tour bildete die Führung und Verkostung durch die Schokofabrik, in der Dulce de Leche (Milch, Wasser und viel, viel Zucker werden so lange erhitzt und eingedickt, bis eine äußerst süße, zähe braune Masse entsteht. Die Masse wird entweder zu allen möglichen Süßspeisen weiterverwertet oder wie Nutella aufs Brot geschmiert) und Marmeladen in allen Variationen, feine Schokolade und cremige Liköre hergestellt werden.
Den Abend verbrachten wir im Stadtzentrum, wo am Plaza España, wo gerade eben die Misswahl der Region stattfand.
Den nächsten Tag verbrachten wir in einem großen Park, wo wir picknickten und in der Wiese faulenzten.



Abends trafen wir uns mit drei Freunden aus Santiago, die auch gerade in Mendoza waren, in einem riiiesigen Tenedor Libre (All-you-can Eat Restaurant) und verbrachten dort zwei Stunden mit Essen, Essen und nochmal Essen. Das Buffet war gigantisch: Steaks, Sushi, Pizza, Pasta, Empanadas, Salate, Fisch, Crépes, Kuchen, Torten, Eiscreme, . . . – für 6 Euro konnte man dort essen, was das Herz begehrte. Und das taten wir auch . . . bis wir vor Überfressung nicht mehr konnten. In meinem Leben hab ich noch nie so viel auf einmal gegessen. Obwohl wir uns im Nachhinein mühsam mit vollem Magen und offenem Hosenknopf irgendwie ins Hostel „wälzten“, hat sich jeder Bissen ausgezahlt.
Jule und ich beschlossen Montags eine Reittour zu machen. Gegen 09.00 Früh wurden wir von einem Shuttelbus abgeholt, der uns in das zwei-Stunden entfernte Reitgebiet brachte, welches in Mitten der Anden lag. Auf 2500m ritten wir für 4 Stunden über Stock und Stein, durch Steinschluchten und Feldwege in der unendlichen Weite nahe den Anden umher.











Höhepunkt der Tour bestand darin, eine Herde wilder Pferde zusammenzutreiben. Nach einer kurzen Einführung- und Erklärungsrunde des Guides lag es nun an uns, die Tiere in das Gehege zu treiben, was sich teilweise als ganz schön gefinkelt herausstellte.



Nach einem aufregenden Ausritt und einem spürbaren Muskelkater fuhren wir am späten Nachmittag wieder zum Hostel, wo die anderen bereits auf uns warteten.
Dienstag, 13.10., Tag der Abreise: Den Vormittag verbrachten wir im Zentrum mit Einkäufen und einem Kaffeehausaufenthalt im „Havanna“ (DIE Marke, die die besten Alfajores herstellt … Alfajor: Runde Kekse mit einer Füllung aus Dulce de Leche, umhüllt von einer Schokoladenglasur). Um 13.00 traten wir die Heimreise an, auf der wir einen traumhaften Blick auf die Anden und den Gebirgspass genossen.

Samstag, 17. Oktober 2009

"Mira tía, ella tiene piojos!" - oder: Ein ganz normaler Arbeitstag im Projekt

„Mira tía, ella tiene piojos!“ – „Schau, sie hat Läuse“ berichtet uns ein kleiner Bub, der mit dem Finger auf ein Mädchen zeigt, die sich gerade eben kräftig am Kopf kratzt.

Ja nun ist es so weit, nach einer langen kalten Phase, wird es langsam wärmer und mit der Wärme erwachen auch die Läuse, die bereits das ein oder andere Kinderhaar heimgesucht haben.

Die Läuse erwecken auch Jule (Voluntärin) und meine psychosomatische Ader, denn sobald wir nur von den kleinen schwarzen Tieren reden oder ein Kind sehen, welches sich am Kopf kratzt, haben wir schon das Gefühl, von den Übeltätern befallen worden zu sein und verfallen in ein synchron-Kopf-kratzen.

Luis, der Projektleiter, beruhigte uns und meinte, dass es immer auf den PH-Wert der Haare ankommt, ob man von Läusen befallen wird oder nicht.

Eine Tía riet uns, vorbeugend jedem Haarwaschgang einen Schuss Apfelessig beizumengen oder das Haar mit Weidenshampoo zu waschen, bzw. täglich Haarspray zu verwenden.

Ein weiterer Vorschlag war, bei Lausbefall Honig ins Haar zu schmieren und diesen über Nacht einwirken zu lassen, eine etwas klebrige Angelegenheit, aber anscheinend wirkt´s.

Bei so vielen Ratschlägen, weis ich schon gar nicht mehr was ich tun soll, bzw. was dann im Endeffekt wirklich hilft. Somit binde ich mir, wenn ich ins Projekt fahre, die Haare einfach zusammen und hoffe drauf, dass mich die kleinen schwarzen Dinger nicht besuchen kommen.

In den letzten beiden Wochen ist die Anzahl der Kinder, die ins Projekt kommen, deutlich gestiegen. Täglich stoße ich wieder auf Kinder, deren Gesichter ich noch nicht kenne, doch es funktioniert ganz gut.

Samstag, 19. September 2009

Reise in den Norden

Um nach ein paar Wochen Alltag nicht Routine einkehren zu lassen, beschlossen wir mit unseren beiden Mitbewohnern Dave und Kilian die chilenische Nationalfeierwoche dazu zu nutzen, den Zauber des Nordens zu erkunden.
Für uns beide begann die Reise bereits einen Tag früher. Nach einer kurzen Nacht voller Reisevorbeitungen und zwei Stunden Schlaf wurden wir vom Hupen des Taxifaherers in den Tag, eigentlich ja in die Nacht (03.00 Früh) hineinkatapultiert. Schnell den Rucksack geschultert und auf ging´s Richtung Flughafen, wo wir nach einer Tasse Kaffee um 06.00 nach Iquique aufbrachen.
Vom Wüstenflughafen Iquique ging es mit dem Shuttlebus entlang der Pazifikküste weiter zum Hostel, wo wir erst einmal eincheckten und unser Zimmer bezogen.
Den Nachmittag verbrachten wir zunächst am Strand und ließen ihn bei einem Stadtspaziergang ausklingen.




















Die Wüstenstadt mit ihren kleinen Gassen und den bunten Häusern versprüht schon viel mehr südamerikanischen Charme, als es die doch sehr westlich geprägte Hauptstadt tut.
Dass die Stadt recht klein ist merkt man daran, dass wir innerhalb weniger Stunden quasi die gesamte Innenstadt besichtigt haben.
Früh nachmittags kamen wir an einer Kirche vorbei, die wir eigentlich nur kurz besichtigen wollten. Daraus wurde jedoch nichts, denn die Bewohner der Stadt waren gerade im Begriff den Beginn der Nationalfeierwoche zu zelebrieren.










Mit dem folgenden Videoclip wollen wir euch daran teilhaben lassen. Der Bub tanzt hier den Nationaltanz CUECA, der besonders in dieser Woche des Jahres bei allen möglichen Feiern getanzt wird. Interessant ist auch noch, dass das Priestergewand (ganz im Zeichen der sehr patriotischen Chilenen) eigentlich eine große chilenische Flagge ist und dass überall in der Kirche chilenische Flaggen als Schmuck dienen. Soviel zu Trennung Kirche - Staat ;-)

Am Abend im Hostel machten wir noch Bekanntschaft mit einer Deutschen (Sabine) uuund einem Österreicher, welche auch auf Reisen waren. Wie erfrischend, wieder einmal gestandenen Dialekt sprechen zu können... Der Österreicher war nur auf Durchreise, Sabine jedoch konnten wir für unsere geplanten Ausflüge in den nächsten Tagen begeistern.

Der nächste Tag begann (so wie jeder weitere Tag auch) besonders für Daniel sehr träge, jedoch spätestens nach dem Frühstück erwachten die Lebensgeister. Hier sollen auch noch ein paar Worte zum Frühstück im Hostel in Iquique verloren werden: Kein Österreicher kann es gutheißen, nur ein Stück Weissbrot, eine winzige Portion Butter und Manjar (Karamelaufstrich), gepaart mit unheimlich ekelhaften Instant-Kaffee, vorgesetzt zu bekommen. Nach dem Frühstück war dann die Ankunft von Kilian und Dave.

Nach kurzem Strandspaziergang und kurzer Stadttour gingen wir 4 etwas verfrüht Mittagessen. Im Mercado-Centrino im Zentrum von Iquique machten wir uns daran, Fisch, Huhn und herrliche Suppen (Cazuela) zu verspeisen. Am Strand wurde dann, als Sonnenbad getarnt, der Verdauungsschlaf abgehalten. Das böse Erwachen kam dann nach 2 Stunden praller Sonne. Daniels Gesichtsfarbe näherte sich langsam tomatenrot und Valis Ober- und Unterschenkel ebenfalls. Kilian und Dave hatten mehr Glück, sie blieben verschont. Abends unter der Dusche wurde dann das volle Ausmaß der Katastrophe überblickbar. Daniels Bauch war ebenfalls sehr rot und Valis Unterschenkel begannen anzuschwellen wegen dem bösen Sonnenbrand... naja mittags in der Wüste für 2 Stunden in die Sonne legen muss ja fast Konsequenzen haben!













Dienstag morgen, nach einem wundervoll aufweckend schlechtem Frühstück, wurde trotz aller Wehwechen, gemeinsam mit Sabine, der Ausflug in die Wüste angetreten.
Dank der Unpünktlichkeit des Busses, hatte Dave noch Zeit um sich in Ruhe zu rasieren. Ein netter Chilene bot ihm dazu den Rückspiegel seines Autos an.




















Wir nahmen den Bus nach Pica, einem kleinen Dorf 2 Busstunden entfernt von Iquique mitten in der Wüste, mit angeblich wunderschönen Naturbädern. Die Busfahrt war echt toll. Alle 5 wurden wir unserem Image als Touristen mehr als gerecht und schossen ein Foto von der Wüste nach dem anderen.
















































In Pica angekommen, machten wir uns gleich mal auf die Suche nach den Naturbädern. Gefunden war es schnell, nur die Begeisterung wollte sich nicht einstellen. Sehr touristisch verbaut, war nur ein kleiner Teil wirklich naturbelassen und alles in allem nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Etwas niedergeschlagen, einerseits wegen dem wirklich schmerzenden Sonnenbrand, andererseits wegen dem enttäuschenden Bad, suchten wir uns etwas zu essen und fanden auch ein wirklich schönes Restaurant. Nach einer Kostprobe von 'Interior de Estómago' (Mageninnereien), welcher nicht wirklich mundete, aßen nur Kilian und Daniel einen Churassco, und dann begann die Rückreise.


Wir beschlossen jedoch, nicht auf direktem Weg nach Iquique zurück zu fahren, sondern einen Zwischenhalt in 'Humberstone', einer Geister-Minenstadt, zu machen, welche wirklich mitten in der Wüste liegt. In Humberstone war es unglaublich interessant: Durch eine tote Stadt mit all ihren verlassenen Häusern und verfallenden Abbaustätten zu wandern besitzt ein eigenes, schwer beschreibbares Flair, und auch die anschließende Klettertour auf einen Hügel am Rande der Stadt sorgte für Staunen. Von diesem Hügel aus bot sich ein schöner Blick auf die Stadt und ein geniales 360°-Panorama der Atacama-Wüste.


































































Nach diesem Erlebnis ging es endgültig zurück nach Iquique, wo wir uns anschließend daran machten, ein Abendessen zuzubereiten. Wir verspeisten leckere selbst zubereitete Completos (ein Hotdog mit Tomatenstückchen, Avocadocreme, Mayonaise, Ketchup und Senf) und danach ab ins Bett.

Der Mittwoch startete, wie üblich, mit super Frühstück... jedoch diesmal etwas früher, da unsere zweitägige Reise nach Arica bevorstand, auf die wir alle (außer Sabine, welche sich wieder von uns verabschiedete und ihre Reise nach Antofagasta fortsetzte) sehr gespannt waren. Wir machten uns mit Sack und Pack auf den Weg zum Busterminal, als plötzlich ein Bus mit der Aufschrift 'Arica' an uns vorbeifuhr. Dave hetzte ihm wie von der Tarantel gestochen hinterher und schaffte es tatsächlich den Bus anzuhalten. Wir stiegen zu und hatten Glück, denn der nächste Bus wäre erst viel später wieder gefahren. Nach einer vierstündigen Fahrt durch die Wüste kamen wir in Arica an. Diese Stadt liegt soweit im Norden von Chile wie nur irgendwie möglich und gehört zu den trockensten Plätzen der Welt. Wir schlossen diese Stadt sofort in unser Herz und machten uns auf die Suche nach unserem Hostel, welches wir auch recht schnell entdeckten. Der Hostelbetreuer (ein Neuseeländer), welcher total unkompliziert und freundlich war, zeigte uns unsere Schlafstätten und überraschte uns mit einem Willkommenskuchen und Getränken. Friendly Dudes, diese Neuseeländer ;-)!! Wir borgten uns im Hostel Räder für 24 Stunden aus und machten uns gleich mal daran, Arica mit dem Rad zu erkunden. Nach einer Weile auf der Küstenstraße und ein bisschen ausserhalb von Arica entdeckten wir einen riesigen Strand, an dem wir eine Weile ausruhten und die Zeit für Sonnenbaden, Schwimmen und Fotos schiessen verwendeten. Lustig war auch, dass eine chilenische Familie mit ihrem Kleinbus ebenfalls diesen Strand besuchen wollte und damit im Sand stecken blieb. Wir schauten ihnen zu wie sie die Reifen ausbuddelten, Holzbretter hertrugen um Grip zu haben und mit viel Anstrengung ihren Wagen wieder befreiten. Am Abend gingen wir alle 4 noch aus um uns die Innenstadt anzusehen und um uns mit einer Freundin von Vali (Mareike) zu treffen, welche in Arica arbeitet. Nach dem Treffen genossen wir den Abend bei Pisco-Sour, und später bei Bier. Kilian, Vali und Mareike gingen später auf ein Eis und anschließend nach Hause, während es für Dave und Daniel in einer durchwachsenen, feuchtfröhlichen Nacht endete.

Der nächste Morgen begann mit Hangover für Daniel und Dave (wie erwartet), weswegen die beiden auch zunächst nicht zum Aufstehen zu bewegen waren, darum machten sich Kilian und Vali zunächst allein auf den Weg zum Frühstück. Später kam auch der Rest der Truppe dazu und grübelte argwöhnisch, ob das Frühstück hier besser sei als in Iquique, uuund wir alle wurden angenehmst überrascht. Es gab alles: Cornflakes, Marmelade, richtigen!!!! Kaffee, Joghurt, eben alles was das morgendliche hungrige Herz begehrt. Am Frühstückstisch trafen wir dann auch noch 2 weitere Österreicher (die Welt ist ein Dorf) mit denen wir uns auch gleich die Nachmittagsplanung gemeinsam austüftelten. Nach einem super Mittagessen mit den größten Miesmuscheln ever *g* ging es zum 'Playa Corazones'.



































































Dieser Strand ist einer der schönsten Plätze an denen wir jemals waren. Es gibt unglaublich viel zu sehen: riesige Vögel, Pelikane, Krabben, Seeotter, Seelöwen!!! und wir meinen auch Pinguine gesehen zu haben, sind uns jedoch nicht ganz sicher... und das alles mit dem Hintergrundsetting einer bizarr geformten Küstenlandschaft mit steilen Sandhügeln, Höhlen und scharfkantigen Felsen. Nach diesem tollen Ausflug gings mit dem Bus zurück nach Iquique und erschöpft ins Bett im Hostel.

Der Donnerstag begann untypisch: Alle verschliefen das von Iquique soooooo liebgewonnene Frühstück (hmm warum nur?) und nutzten die Zeit lieber mal so richtig zu schlafen... Zu Mittag ließen wir uns dann alle verwöhnen in einem Restaurant: es gab leckere Empanadas (unterschiedlich gefüllte Teigtaschen) Mangosaft und gute Rippchen... dazu viiiel Weissbrot mit sehr würzigem Tip und Chicha (süßer leckerer ungereifter Wein)... danach begann für uns (Vali und Daniel) die Fahrt zum Flughafen. Nach ereignislosen Stunden am winzigen Flughafen in Iquique bestiegen wir schließlich das Flugzeug und nach einer Zwischenlandung in Antofagasta mit dem Landeanflug auf Santiago ging auch unsere Reise in den Norden zu Ende.

Dienstag, 8. September 2009

Neues aus Casa de los Pinos

Wer Interesse hat, kann unter folgendem Link Näheres zum Verein Visozial und zum Projekt Casa de los Pinos erfahren.

http://visozial.org/

Im Moment findet in Casa de los Pinos eine Umbruchphase statt, die sich auch in der Überarbeitung der Betreuungskonzeption widerspiegelt. Im Team arbeiten wir gerade speziell an einem Wochenplan für die Kleinen (4-10 Jährigen).
In Workshops wie Kochen/Backen, Gewaltprävention, Musik, Basteln/Malen und Englisch sollen die Jüngsten auf spielerische Art eine gezielte Förderung erhalten.

Erste Eindrücke von unserem gestrigen Kochworkshop möchte ich euch hier zeigen:

















































Während wir mit den Kleinen backten, bastelte Tía Raquel mit den Größeren Girlanden für den 18.September, dem Nationalfeiertag Chiles. Vier Tage vor und nach dem 18.September wird im ganzen Land gefeiert. Doch mehr dazu, wenn´s so weit ist.